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„Ihre Schilddrüsenwerte sind gut eingestellt.“ Diesen Satz hören viele Frauen, während sie sich weiter durch den Tag schleppen. Das TSH, der Standardwert zur Einstellung der Schilddrüse, liegt im Referenzbereich. Und trotzdem stimmt etwas nicht.
Was das TSH misst
Das TSH ist ein Steuerungshormon der Hirnanhangdrüse. Es zeigt, wie stark der Körper die Schilddrüse antreibt. Bei der Behandlung einer Unterfunktion ist ein TSH im Normalbereich das übliche Ziel. Der Wert sagt aber nicht automatisch, ob die Schilddrüsenhormone im Gewebe so ankommen, dass du dich gut fühlst.
Was Studien zu anhaltenden Beschwerden zeigen
In einer Auswertung aus der Mayo Clinic hatte rund jede vierte Person, die mit Levothyroxin behandelt wurde und ein normales TSH erreichte, weiterhin oder neu Beschwerden einer Unterfunktion. Müdigkeit war dabei das beständigste Symptom.1 Ob die Beschwerden von der Schilddrüse oder von einer anderen Ursache kamen, ließ die Studie offen.
Eine große US-Bevölkerungsstudie fand bei Menschen, die Levothyroxin einnehmen und ein normales TSH haben, im Vergleich zu Menschen ohne Schilddrüsenerkrankung niedrigere T3- und höhere T4-Werte.2 Die Autorinnen und Autoren folgerten, dass ein normales TSH allein als Kriterium für die richtige Dosis möglicherweise nicht ausreicht.
Was du mit deiner Ärztin besprechen kannst
- Ob neben dem TSH auch die freien Schilddrüsenhormone (fT3, fT4) bestimmt werden sollten
- Ob die Schilddrüsen-Antikörper bekannt sind
- Welche anderen Ursachen für Erschöpfung abgeklärt werden sollten
Änderungen an deiner Medikation gehören immer in ärztliche Hand. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- Hidalgo J. et al. Real practice assessment of persistent symptoms after initiation of levothyroxine. Endocrine Practice 2023. PMID 37913925 (retrospektive Kohorte, n = 157).
- Peterson S. J. et al. Is a normal TSH synonymous with „euthyroidism“ in levothyroxine monotherapy? J Clin Endocrinol Metab 2016 (NHANES, 469 Personen mit Levothyroxin).


